DCA - Isostore

Dynamic Control Atmosphere (DCA) - Isostore

Mehr als 350.000 Tonnen Äpfel werden weltweit mit Hilfe von DCA – Isostore gelagert, einer neuen Konservierungsmethode, die in Kanada patentiert und von Angelo Zanella, Forscher am Versuchszentrum Laimburg (Südtirol), mitentwickelt wurde. Das Isostore-System wird exklusiv vom Weltmarktführer Isolcell AG vertrieben.

Kontrolle ganz ohne Chemie

Die dynamisch kontrollierte Atmosphäre ist eine Methode zur Lagerung von Kernobst, die vor allem auf den Einsatz von speziellen Fluoreszenz-Sensoren setzt. Diese sorgen dafür, dass die Obstlagerung in einer Atmosphäre erfolgt, die knapp unterhalb der Atmungsschwelle des Obstes liegt. Dafür messen die F.I.R.M.-Sensoren (Fluorescence Interactive Response Monitor) die Chlorophyll-Fluoreszenz in der Obstschale. Mit dieser wird der A.C.P. bestimmt, der anaerobe Kompensationspunkt, der ausschlaggebend dafür ist, für den idealen Sauerstoffgehalt in der Zellenluft zu sorgen. Dank der Sensoren kann der A.C.P. schnell, präzise und in Echtzeit bestimmt werden, die DCA – Isostore-Technologie ist demnach einfach und sicher zu handhaben.

 

Die Fluoreszenz

In der Praxis wird also der Sauerstoffgehalt im Zelleninneren so weit gesenkt, bis die F.I.R.M.-Sensoren einen Anstieg der Chlorophyll-Fluoreszenz messen. Ist dies der Fall, fährt die Isostore-Software den Sauerstoffgehalt noch einmal so leicht nach oben, dass er gerade über dem Punkt liegt, an dem die Sensoren angeschlagen haben. Zugleich wird der Kohlendioxidgehalt in der Luft dem Sauerstoffgehalt angepasst.

Dynamische Lagerung

Mit dem DCA – Isostore-System ist es möglich, ideale Lagerungsbedingungen für unterschiedliche Obstsorten zu schaffen, indem der Sauerstoffgehalt in den Zellen auf 0,4 bis 0,7 Prozent (für Äpfel) abgesenkt wird. Dadurch wird das Hypoxie-Risiko gesenkt und damit auch das Risiko damit verbundener Schäden. Mit Isostore wird das Gasgemisch in der Luft zudem am Reifegrad, den Klimabedingungen, der Herkunft und den Besonderheiten des Obstes ausgerichtet und damit über die gesamte Lagerungsdauer dynamisch angepasst.

Besonders im Biobereich ist die DCA auf großes Interesse gestoßen, nachdem die Nach-Ernte-Behandlung von Bioobst verboten ist. Zudem sorgt die DCA dafür, dass dank der extrem reduzierten Atmungsaktivität die Qualitätsparameter (festes Fruchtfleisch, saftiges Obst, Zucker- und Säuregehalt, Aroma und Geschmack) konstant gehalten werden können. So werden im Vergleich zur herkömmlichen CA-Lagerung noch längere Lagerungs- und Shelf-Life-Zeiten möglich. Als positiver Nebeneffekt sei zudem genannt, dass die DCA das Risiko von Kernhausbräune minimiert, gerade bei sehr heiklen Sorten wie Braeburn, Pink Lady, Fuji, Granny und Idared.

Für den Durchbruch der DCA gesorgt hat schließlich ein weiterer Vorteil: sie verhindert das Auftreten von Schalenbräune bei zahlreichen Apfel- (von Red delicious und Granny Smith über Pink Lady, Jonagold und Elstar bis zu Fuji, Idared und Maigold) und Birnensorten (Anjou, Abate, Conference, Bartlett, Rocha etc.). Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil in Europa die Nachernte-Behandlung mit chemischen Schalenbräune-Mitteln mittlerweile verboten ist und der Obstwirtschaft mit der DCA eine effiziente Alternative zur Verfügung steht.

Alles in allem kann man davon ausgehen, dass DCA – Isostore einen spürbaren Fortschritt im Vergleich zur herkömmlichen CA-Lagerung darstellt. Letztere hält ein statisches Gasgemisch in der Kühlzelle, während die Isostore-Software laufend und in Echtzeit die Beschaffenheit des Obstes überwacht, eventuellen Hypoxie-Stress erkennt und für eine ideal angepasste Atmosphäre in der Zelle sorgt. Vereinfacht ausgedrückt können sich Früchte nun über die Sprache der Fluoreszenz mitteilen, die von Software und Lagerexperten verstanden wird.

Dieser Fortschritt drückt sich für die Isolcell AG auch in konkreten Verkaufszahlen des neuen Systems aus. Nach der gelungenen Einführung von DCA – Isostore in Südtirol im Jahr 2003 wurden in den darauf folgenden zehn Jahren nicht weniger als 1300 Kühlzellen mit dem System ausgestattet: von Italien über England, Deutschland, Polen, die Schweiz, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Frankreich, Spanien und Portugal bis nach Israel, Argentinien, Chile, Brasilien, USA, Südafrika und Neuseeland. Zudem arbeiten fast zwei Dutzend Forschungsinstitute weltweit daran, die DCA-Technik samt F.I.R.M.-Sensoren nicht nur für Kernobst, sondern auch für andere Obstsorten nutzbar zu machen.

Um es kurz zu machen: DCA – Isostore gilt bei Experten in der Lagerung von Äpfeln und Birnen als beste natürliche Alternative zum Einsatz von DPA und 1-MCP.